Neues Lernen – wie bildest du dich weiter?

Carla Maria

Carla Maria ist Gründerin des Blogs "Moin Mollie!" Mit Herzblut und Augenzwinkern, aber auch viel Leidenschaft und Ernst schreibt sie zu allen Themen, die sie in ihrem Alltag beschäftigen. "Wichtig ist, was du draus machst." Über jeden Kommentar zu ihren Beiträgen freut sie sich übrigens sehr - egal wie lang oder kurz er ist :)

Als ich über diesen Beitrag nachdachte, fiel es mir wirklich schwer, einen genauen Begriff für das zu finden, was ich beschreiben will. Ich habe mich jetzt auf „Neues Lernen“ festgelegt, weil das scheinbar viele kleine Ansätze in einem zusammenfasst – Digitalisierung hat unser Lernen verändert. Und wie ich das erlebe, will ich heute mal ein wenig für dich beschreiben.

Als ich zur Schule ging, da gab es drum herum noch nicht viel Angebot. Wir waren noch nicht so „online“, wie man es heute ist. Von einem Smartphone war unsere Generation noch ein wenig entfernt. Wir wuchsen also damit auf, dass man für die im Beruf erforderliche Weiterbildung im Wesentlichen Präsenzkurse an Volkshochschulen oder bei speziellen Anbietern von beruflichen Weiterbildungen belegen muss. Wenn man also einen Arbeitgeber gefunden hatte, der Wert auf Weiterbildungen legte, dann waren die nahe liegenden und zu stellenden Fragen: „Gibt es dafür einen Kurs? Wo ist der? Was kostet mich (oder den Arbeitgeber) das an Zeit und Geld?“

Wissen ist einfach verfügbar.

Doch in den letzten Jahren hat sich geändert, wie Weiterbildung aussieht. Und dabei meine ich nicht nur die Veränderungen, die Corona mit sich brachte. Das hat der eigentlichen Entwicklung in meinen Augen nur einen Schub gegeben und uns alle schneller in die Digitalisierung geworfen, als einige sich das gedacht hatten. Nein, schon vorher hat sich geändert, wie wir uns weiterbilden. Denn Wissen ist für jeden überall zugängig geworden.

Mit der ständigen Verfügbarkeit von Wissen geht einher, dass auch die Lernformate sich ändern. War man früher an Vor-Ort-Kurse gebunden oder an das Wissen von Fachbüchern, so kann man sich heute mit einer kurzen Suche im Internet viel selbst erlesen. Das spannende dabei: die Auswahl und die Meinungsvielfalt wird dabei umso reicher. So kann man innerhalb kürzester Zeit viele verschiedene Perspektiven eines Themas erfassen, wenn man gewillt ist, sich einzulesen. Und vor allem, sich auf verschiedene Ansichten einzulassen.

Und auch das Kursangebot ist deutlich umfangreicher als vorher. Online kann nun quasi jede/r Kurse anbieten – zu jedem nur erdenklichen Thema. Und so kann man sich plötzlich in Bereichen fortbilden, die vorher einfach nur als fachfremd galten und an die man teilweise schwer ran kam. Heute kann man das einfach alles online lernen – via Tutorials auf YouTube, Webinaren oder ganzen Online-Kursen von einzelnen Anbietern oder auf organisierten Plattformen. Und das sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig.

„Jeder ist ja jetzt Experte!“

Einen Nachteil hat das Ganze aber auch in meinen Augen. Durch die Zugängigkeit zu nahezu jedem Thema ist es auch deutlich schwerer geworden, die wahren Experten zu erkennen. Denn – „Jeder ist ja jetzt Experte!“.

Einen Schein für abgeschlossene Kurse bekommt man heute eigentlich überall. Egal ob man dafür wirklich einen richtigen Test abgelegt hat oder einfach nur alle Videos geschaut hat. Da wird es plötzlich schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen, denn – ganz ehrlich – man kann einfach nicht jeden Anbieter von (Online-)Weiterbildungen kennen. Vor ein paar Jahren habe ich das schon einmal selbst erlebt – eine bis dahin recht unbekannte Akademie stellte Scheine aus, die ganz unterschiedlich bewertet wurden je nachdem mit wem man sprach und was der für eine Bildung hatte. Mal war dieser Schein mehr wert als unser Fachwirt, mal gar nichts. Ich habe den Kurs einfach belegt und mir meine eigene Meinung gebildet. Aber das kann man schließlich nicht mit allem so tun. Was also machen?

Für mich zählen heute nicht mehr die Scheine, sondern die Motivation der anderen Person. Komplette Quereinsteiger können genauso gut für eine Position geeignet sein wie komplett gelerntes Fachpersonal. Ich glaube daran, dass man eine gewisse intrinsische Motivation für seinen Job mitbringen muss, damit man ihn gut macht. Und wenn man seinen Job gut macht, dann ist man irgendwann aufgrund seiner Erfahrung auch ein Experte. Das gilt sicher nicht für alle Bereiche – Medizin muss man halt einfach lernen (und Talent dafür haben) und auch Jurist wird man nicht einfach so. Aber auf viele andere Jobs kann ich meine Formel anwenden.

Neues Lernen lohnt sich.

Egal in welchem Job, man muss immer auf dem aktuellen Stand der Dinge bleiben, um nicht abgehangen zu werden oder einzurosten. Neues Lernen mit all seinen Möglichkeiten bringen in diesen Part eine unglaubliche Flexibilität. Sicherlich auch eine gewisse Überforderung ob des schieren Angebots, aber wenn man mal seinen optimalen (Lern-)Weg gefunden hat, viele Chancen und Möglichkeiten. Und ja – auch ein paar Scheinchen für den Fall der Fälle 😉

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