Ein einfaches Sommer-Raclette für 4 Personen

Carla Maria

Carla Maria ist Gründerin des Blogs "Moin Mollie!" Mit Herzblut und Augenzwinkern, aber auch viel Leidenschaft und Ernst schreibt sie zu allen Themen, die sie in ihrem Alltag beschäftigen. "Wichtig ist, was du draus machst." Über jeden Kommentar zu ihren Beiträgen freut sie sich übrigens sehr - egal wie lang oder kurz er ist :)

Am Wochenende an der Käse-Theke fragte ich nach Raclette-Käse und bekam zu hören: „keine Saison für Raclette“. Wie jetzt? Ein lauer Sommerabend im Garten und ich soll kein Raclette machen dürfen? Also nicht mit mir! Hier also meine „Must haves“ für ein gemütliches Sommer-Raclette für vier Personen.

Ich persönlich bevorzuge Raclette mit nur so vielen Personen, dass a) jede/r an den Raclette-Grill und die Zutaten heranreicht und b) jede/r zwei Pfännchen zur Verfügung hat, um alles gut im Flow zu halten. Da wir einen Raclette-Grill mit acht Pfännchen haben, nutzen wir ihn also in der Regel bei einem Abend mit einem befreundeten Pärchen (oder meinen Schwiegereltern). Was ich vor allem liebe ist das lange, gemeinsame Zusammensitzen beim Raclette, denn der Fokus liegt auf dem gemeinsamen Erleben des Essens und Abends.

Drei essentielle Tipps, um dein Raclette-Erlebnis erfolgreich zu machen

Hier vorab drei kleine Tipps, um dir das Leben beim Sommer- und wann auch immer-Raclette zu erleichtern:

  1. Vorbereitung ist alles! Die meisten Komponenten kannst du in Ruhe vorbereiten und dann einfach nur noch aus dem Kühlschrank oder dem Vorratsschrank auf den Tisch holen.
  2. Wenn du Raclette für mehr als vier Personen machst (und je nach Tisch lohnt es sich auch so schon), dann teile wo möglich dieselbe Zutat in zwei Schüsseln auf, um allen den Zugang zu den einzelnen Komponenten am Tisch zu erleichtern.
  3. Wenn du wie ich zwei Gänge planst – einmal herzhaft und einmal süß – dann lohnt sich eine „Abwaschphase“ zwischendrin, in der du den Grill und die Pfännchen sowie Schieber reinigst, den Tisch abdeckst und für den süßen Gang neu eindeckst. Alle haben sich mal bewegt und der Tisch ist viel aufgeräumter.

Dieses Fleisch gehört zum Sommer-Raclette

Soweit es die Nicht-Vegetarier und Nicht-Veganer betrifft, gehört zum Raclette auf jeden Fall Fleisch. In die Raclette-Pfännchen selbst kann alles hinein, was nicht mehr roh ist. So kannst du im Pfännchen also wunderbar durchgebratenes Hackfleisch oder auch Wurst integrieren.

Auf den Raclette-Grill, also auf die Grillplatte um genau zu sein, gehören die großen Fleischstücke. Wir verwenden gerne Schweinefilet und schneiden diese als dünne, zarte Medaillons vor. Das ist wichtig – denn die Grillplatte hier ist kein Grill und auch keine Pfanne, wie du es von deinem Herd gewohnt bist. Daher sollte alles, was vorbereitet wird, auch für die Pfännchen, entsprechend klein und passend geschnitten werden, sodass man möglichst viel mixen kann.

Grundsätzlich würde ich davon abraten, Dinge stark vorzuwürzen, die nicht ohnehin bereits gewürzt sind. Durch die Raclette-Pfännchen hat jede/r die Möglichkeit, seinem eigenen Geschmack nach zu würzen. Trotz allem – Grundgewürze beim Braten und Vorbereiten der einzelnen Komponenten gehören einfach dazu.

Die Mischung macht’s: Gemüse und Beilagen

Als Grundlage ins Pfännchen gehören für mich entweder Kartoffelscheiben oder (neu entdeckt und mein heimlicher Favorit) Tortilla- bzw. Nacho-Chips. Darauf mische ich dann bunt das Gemüse (und Fleisch), das zur Verfügung steht.

Kartoffel-Pfännchen mit Chorizo: dazu passen dann z. B. Pilze und Paprika sowie Mais oder auch Tomaten und Mais.

Chips-Pfännchen mit Hackfleisch: dazu passen dann z. B. Tomaten und Gurken oder aber auch Mais und Gurken.

Wenn es keinen klassischen Raclette-Käse gibt, ist das auch kein Beinbruch, sondern eher noch besser (und eigentlich ein Bonus für ein Sommer-Raclette). Jede/r hat einen Lieblingskäse und solange der gut schmilzt, eignet er sich auch für Raclette. Gut funktioniert haben z. B. Cheddar und Butterkäse. Nicht so gut geschmolzen, aber trotzdem lecker war der Räucherkäse.

Die Saucen kann, aber muss man nicht mit ins Pfännchen machen. Wir haben sie eher auf dem Teller. Paprikascheiben, Kartoffeln und Pilze landen bei uns auch oft oben mit auf der Grillplatte und wir überbacken nur die kleinen Sachen mit Käse.

Für den süßen Zahn: der Raclette-Nachtisch

Hier motzen wir die klassische Banane mit Schokolade ein wenig auf! Unser Repertoire umfasst zusätzliches Obst, Honig und Vanillesauce. Alles kann ins Pfännchen und ist super lecker! Zum Essen empfiehlt sich jedoch ein Schüsselchen mit Löffel und Kuchengabel.

Was wir auch schon gesehen, aber noch nicht probiert haben (und weshalb ich vielleicht mal ein NUR süßes Raclette machen wollen würde, aber wer ist schon soo verrückt…):

  • Pfannkuchen und Waffeln im Raclette (entweder als Teig oder – was ich bevorzuge – schon das fertige Produkt garniert)
  • Apple-Crumble (hier braten sie Apfelschnitze vorher an mit Honig und Zimt, dann kommt Streuselteig obendrauf)
  • Mini-Marshmallows auf dem Obst (hier waren mir nur die Tüten zu groß für eine Person, die es am Ende isst)

Das Raclette-Special: der Flammkuchen

Hinweis: die Zutaten hierfür findest du nicht auf meiner Einkaufsliste für das Sommer-Raclette, denn dem noch Flammkuchen hinzuzufügen wäre einfach wirklich zu viel. Wenn wir dies machen, dann ersetzen wir einen Großteil der herzhaften Zutaten durch:

  • Flammkuchenteig
  • Gehackte Zwiebeln
  • Schinkenwürfelchen
  • Salami (kleine Würfel)
  • Paprika (gewürfelt)
  • Creme Fraiche

Und so wird Flammkuchen auf dem Raclette zubereitet:

  1. Flammkuchenteig vorab in Pfännchengröße schneiden
  2. Flammkuchenteig ins Pfännchen und ab damit auf die Grillplatte (halbe Fläche dafür freihalten statt drauf zu grillen)
  3. Sobald der Teig durch ist (leicht braun an den Rändern), kannst du den Belag auftun und das Pfännchen ganz normal wieder unter die Grillplatte stellen zum „fertigbacken“

Du kannst den Belag für deine Raclette-Flammkuchen natürlich nach Belieben variieren und es so mixen, dass du auf ein klassisches Pfännchen, ein Flammkuchen-Pfännchen und ein süßes Pfännchen kommst. (Ehrlich: mein klassisches Pfännchen würde statt der Kartoffeln dann z. B. nur die Tortilla- bzw. Nacho-Chips enthalten, aber da solltest du natürlich sicher sein, dass das auch den Geschmack aller anderen am Tisch trifft…)

Sommer-Raclette: die komplette Einkaufsliste

Ein Hinweis vorab zur Einkaufsliste: Du möchtest ggf. die einzelnen Komponenten ersetzen, weil du z. B. andere Wurst bevorzugst oder als Vegetarier natürlich die Menge der Wurst mit Alternativen ersetzt. Grundsätzlich ist die angegebene Diversität der einzelnen Bereiche ausreichend, daher würde ich eher dazu raten, einzelne Dinge zu ersetzen anstatt diese der Liste noch hinzuzufügen.

  • FLEISCH
    • Schweinefilet für zarte, dünne Medaillons
    • Rinder-Hackfleisch (vorher lose anbraten)
    • Chorizo (schärfere, spanische Salami)
  • KÜHLREGAL
    • Raclette-Käse (ca. 150g pro Person bzw. 8 Scheiben, das entspricht einer Scheibe pro Pfännchen)
    • Saucen: Aioli und Sour Cream oder andere
  • GEMÜSE
    • Kartoffeln (eine große Kartoffel oder zwei sehr kleine Kartoffeln pro Person maximal) vorkochen und schneiden
    • Paprika (vorschneiden) und Mais (normale Dose)
    • Tomaten und Gewürzgurken (vorschneiden)
    • Pilze (frisch, zum Braten auf der Grillplatte)
  • OBST
    • Klassisch: Bananen (mögen eigentlich alle)
    • Feste(!) Nektarinen (oder anderes Obst)
    • Erdbeeren (oder anderes Obst)
  • SONSTIGES
    • Gewürze (Salz, Pfeffer, was du da hast)
    • Tortilla- bzw. Nacho-Chips (gesalzen oder Käse)
    • Schokoladentafeln (1x Vollmilch, 1x Zartbitter)
    • Vanillesauce (Mein Tipp: Naschkatze)
    • Honig (nur wenig, kann angefangen sein)
    • Haselnusssplitter oder Kokosraspeln (wenn eh da)

Tagge mich doch gerne auf Instagram, wenn du meine Einkaufsliste für dein Raclette benutzt oder selbst kreativ wirst! Ich bin gespannt auf dein gemütliches Sommer-Raclette.

PS: Aus den Resten vom Raclette kannst du am nächsten Morgen eine leckere Pfanne machen, gerne mit Rührei. Falls du also nicht sowieso immer Eier zuhause hast – kauf auch Eier. 😉

PPS: Ich esse übrigens auch Pfannkuchen / Berliner das ganze Jahr über! Was ist deine „leider keine Saison“-Leidenschaft?

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  1. Ingrid/ile says:

    Liebe Carla, na, da fange ich dann auch gleich mal an, evtl. sogar als die erste „Schreiberin“.
    Danke für Deine Mail, werde ich später beantworten, jetzt nur ein lieber Gruß an Dich/Euch und ab sofort bist Du gespeichert!

    1. Carla Maria says:

      Liebe Janique,

      danke für deinen lieben Kommentar! Kuchen im Raclette – das klingt spitze! Also ganz sicher kann man auch Gebäch oder Kuchenteig krümeln und mit Joghurt oder Obst oder so in die Pfännchen packen… ist dann quasi wie Kuchen aus der Raclette-Pfanne, nicht? 😀

      Alles Liebe, Carla

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